Norbert Stockhus führte in die Radiertechnik ein

Norbert hält die Platte mit einer Zange und russt sie mit einer Fackel ein

Radierung: so nennt man eine jahrhundertealte Drucktechnik. Sie zählt zu den faszinierendsten Druckverfahren und vereint handwerkliches Können mit kreativer Ausdruckskraft.

Im Mai 2025 gab Norbert Stockhus den ersten Halle 16 Radierworkshop. In dem ging es um das Einkratzen von Linien mit Kraft, auch Kaltnadel genannt. Die Farbe wird dann in die Linien eingerieben und dann mit viel Druck aufs Papier übertragen.

 

Im zweiten Radierworkshop am 11. und 12. April 2026 ging es nun um die Ätzradierung. Bei dieser Technik können besonders feine Linien gedruckt werden, in dem sie vorher in eine Kupfer- oder Zinkplatte geätzt wurden. Neben Kupferstichen wurden auch Ätzradierungen über sehr lange Zeit genutzt, wissenschaftliche Erkenntnisse in Büchern weiterzugeben, da sie sehr genaue Ergebnisse lieferten.

Norbert demonstriert den Interessierten das Auftragen des Hartgrunds

Auftragen des Hartgrunds

Bei Sonnenschein und guter Laune machten sich die Teilnehmer:innen an die Bearbeitung ihrer Platten und bekamen von Norbert wertvolle Tipps. Dafür wurde die Platte aus Zink oder Kupfer zuerst mit einer Schutzschicht abgedeckt und nur diese mit der Nadel eingeritzt. Damit man die Linien besser sieht, hat Norbert die Platte mit Schutzschicht vorher eingerußt. Nur dort wo das Metall der Ätzflüssigkeit ausgesetzt ist, frisst sich das Eisen-III-Chlorid in die Platte und es entstehen die Linien. Je länger die Platte im Ätzbad liegt, umso tiefer werden die Linien und umso dunkler wird dann der Druck.

Es wurde eine große Bandbreite an Techniken versucht. Von architektonischen Zeichnungen bis hin zu experimentellen Versuchen war alles dabei. Vielleicht kann man das Bild auch anhand der Erhöhungen im papier erfühlen.

Norbert Stockhus radiert seit 50 Jahren und kombiniert in seinem eigenen Werk verschiedene Techniken. Er stellte nicht nur seine von alten Meistern gelernte Radierkunst, sondern auch sein Werkzeug bereit, um die vielfältigen Versuche der Teilnehmer:innen zu begleiten. So konnten viele tolle Versuche gemacht werden und die Technik in kurzer Zeit erforscht werden.

Die Teilnehmer:innen begutachten die verschiedenen Drucke

Begeisterte Teilnehmer:innen freuen sich über ihre ersten Versuche

Die Begeisterung war groß und der Wunsch nach einer regelmäßigen Gruppe, die sich zum Radieren trifft, wurde mehrfach geäußert. Wer Lust an so einer Gruppe hat oder Material für die Radierung ungenutzt im Keller stehen hat, kann sich gerne bei uns melden!



Zum Abschluss wollten wir noch ein Gruppenbild machen und es stehen alle mit Norbert hinter einem Tisch mit allen Drucken

Text: Gitta
Bilder: Gitta und Vero

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