Birds are Friends: Musikalische Ornithologie und ein Hund namens Greta
Birds are Friends waren am Freitag, den 10. April, zu Gast in der Halle 16. Die fünf jungen MusikerInnen, Jules Binder (Gesang und Gitarre), Tom Binder (Gitarre und Gesang), Gloria Klöpfer (Keyboards und Gesang), Juri Bayer (Schlagzeug), und Jana Binder (Bass) vereinen Indie-Pop mit Funk und anderen musikalischen Elementen zu ihrem eigenen und sehr persönlichen Sound-Mix.
Wie man bereits an den Namen der Mitglieder erkennen kann, gibt es da einen gewissen familiären „Ver-Binder“, und damit auch eine lange musikalische Vorgeschichte, „it’s a family affair“ wie schon Sly & The Family Stone 1971 gesungen haben. Die Gruppe hatte bereits 2024 einen Auftritt in der Halle als „RadioRockBoat“, allerdings in einer etwas anderen Formation. Damals war Jana Binder noch nicht mit dabei, dafür kam sie diesmal begleitet von ihrem Hund Greta, zum Ausgleich sozusagen.
Es ist viel passiert seit ihrem ersten Besuch, mit neuem Namen, neuem Material und ihrem (ersten) Album in Vorbereitung, das im Sommer dieses Jahres herauskommen wird. Ach ja, der Name der Gruppe: Der kam einigermaßen zufällig zustande, zuerst als ein spontaner Vorschlag, aber nach einigem Nachdenken schien der Symbolcharakter des Vogels sehr gut zu ihren bevorzugten Themen wie Umweltschutz und Tierwohl zu passen. Dies spiegelt sich dann auch in den Texten vieler ihrer Lieder wider, die, bis auf einige Ausnahmen von der Gruppe selbst geschrieben wurden. Das ist bemerkenswert, da alle Mitglieder entweder einen Beruf ausüben oder noch in der Ausbildung sind, und ihre Musik nicht als Hauptbroterwerb, sondern als Herzensprojekt betrachten.
Ihre Lieder reflektieren ihre eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, wie zum Beispiel „GAZ“, der von dem schmerzlichen Verlust eines „Little Furry Friend“- gemeint ist eine Katze - während einer Silvester-Nacht mit oder auch wegen, vielen lauten Böller und Feuerwerksgetöse. Außerdem spricht das Lied „WayTooNice“, über das Problem, nicht immer nur das zu tun, was andere von einem erwarten. Insgesamt kommen die Lieder erfrischend unaufgeregt daher, zum Teil etwas melancholisch dann aber auch wieder heiter und aufmunternd. Manche Songs ermutigten das Publikum auch mit einzustimmen wie bei „Birds can´t fly“. Gleichzeitig war es für die Gruppe eine Gelegenheit, einige Lieder von ihrem bevorstehenden Album vorzustellen, wie „Never alone again“, und „Paradise“, das sie wohl zum ersten Mal vor einem Publikum gespielt haben.
Die fünf MusikerInnen lieferten ein Konzert mit Liedern, die allesamt eine einfache Botschaft rüberbringen, nämlich dass unsere Welt besser dran wäre, wenn wir alle uns und unserer Umwelt mit weniger Aggression und Eigennutz und stattdessen mit mehr Respekt und Wertschätzung begegnen würden. Das wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt, und sicher ist, dass „Birds are Friends“ mit ihrem Herzensprojekt in der Halle 16 viele neue Freunde dazugewonnen haben. Bleiben sie be-schwingt [sic].
Text: Hans
Fotos: David und Louisa