Be-S(ch)wing-ter Abend in der Halle 16 mit dem Alona Negrich Projekt

Das Alona Negrich Projekt war am Abend des 17. Mai zu Gast in der Halle 16. Das Quartett besteht aus der stimmgewaltigen Alona Negrich (Klavier und Gesang), tatkräftig und instrumental unterstützt von German Klaiber (Kontrabass), Michael Kersting (Schlagzeug), und Arno Haas (Tenor -und Sopransaxophon), allesamt Vollblutmusiker, die ihr musikalisches Talent und großes technisches Können perfekt zu kombinieren verstehen.

Die Band spielt vor Publikum, von links: Alona Negrich singend am Piano, German Klaiber am Kontrabass, Michael Kersting am Schlagzeug und Arno Haas spielt Saxophon

Arno Haas ist kein Unbekannter in der Halle 16, da er bereits im letzten Jahr mit dem Quintett „Marcus Halvers Soul Connexion“ auftrat. Alona Negrich ist ursprünglich aus der Ukraine, ausgebildet in klassischer Musik in Moskau und dann in Jazz und Popularmusik in Trossingen.

Alona wie sie am piano sitzt und singt, sie lächelt dabei

Ihre Biographie spiegelt auch ein wenig die verfahrene Situation auf unseren Kontinent wider, mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der nunmehr bereits mehr als vier Jahre andauert, und unsägliches Leid über die Bevölkerung der Ukraine gebracht hat. Dieses Trauma wird in den Eigenkompositionen von Alona Negrich verarbeitet, wie in dem Lied „Ukraine weint“, zog sich aber auch durch die Auswahl des Repertoires wieder, mit Songs wie „I wish I knew how it would feel to be free“ von Billy Taylor oder „What the world needs now is love“ von Burt Bacharach. Zusammen mit ihren sehr persönlichen Einführungen der einzelnen Nummern war das Konzert auch ein Appell an uns alle, Frieden und Freiheit als kostbares Gut anzusehen und entsprechend zu verteidigen.

Das Programm des Abends spannte einen weiten musikalischen Bogen von neuinterpretierten Klassikern, geschrieben von Komponisten sehr unterschiedlicher Stilrichtungen. Das Repertoire reichte von Bert Kaempfertzu Cole Porter, von Stevie Wonder zu Sting und einem der Beatles, Paul McCartney. Es gab aber auch, wie bereits angedeutet, einige Eigenkompositionen aus der Feder von Alona Negrich. Alle Mitglieder des Alona Negrich Projekts sind natürlich hervorragende Solisten, die, wie beim Jazz üblich, in verschiedenen Formationen auftreten. Gleichzeitig fügen sich alle Musiker harmonisch als eine musikalische Einheit zusammen. Und man merkt sofort, dass sie seit Langem zusammen Musikmachen, manche von ihnen schon seit über 40 Jahren, wie im Fall von Arno Haas und German Klaiber.

Publikum von hinten im Vordergrund, die Band von vorne im Hintergrund

An diesem Abend hat es das Alona Negrich Projekt wirklich verstanden, ihr abwechslungsreiches Repertoire mit viel Virtuosität und noch mehr Groove, und vor allem auch unterhaltsam, einem begeisterten Publikum zu präsentieren. Der unvergessliche Frank Zappa hatte so unrecht, als er dereinst scherzhaft sagte: „Jazz isn‘t dead, it just smells funny“. Das Alona Negrich Projekt hat bewiesen, das Jazz sehr lebendig und dufte(-nd) ist!

Das macht Appetit auf mehr. Also, bleiben Sie hungrig… auf mehr Kultur in Halle 16.

Text: Hans

Fotos: Regine Stuber, Gitta

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