Strings, Slides und Stories - JB´s Blues Rockers Deluxe lassen die Saiten glühen

Die JB’s Blues Rockers Deluxe eroberten am Samstag, den 18. April, die Bühne und brachten zwischen Nostalgie und Ekstase den Neckar zum Beben.

Die Halle 16 verwandelte sich in einen Schmelztiegel aus Blues, 60er-Jahre Rock und purer Energie. Zu Gast war Jochen „JB“ Brauns Power-Trio, die JB’s Blues Rockers Deluxe, und sie lieferten ein Programm ab, das keine Wünsche offenließ.

Schon beim Blick auf die Bühne wurde klar: Hier wird Handarbeit großgeschrieben. Mit einem beeindruckenden Setup aus fünf verschiedenen Gitarren (darunter Dobro, Strat und sogar eine Tonmeister Gitarre made in Tübingen), einer Armada von Effekt-Pedals und dem Bottleneck bewaffnet, (ein Bottleneck ist ein Zubehör für GitarrenspielerInnen, das Glissando über das gesamte Griffbrett ermöglicht. Durch das Gleiten über die Saiten wird diese Spielweise auch Slide genannt), webte JB Klangteppiche, die die Halle in Bewegung setzten.

Flankiert wurde das Ganze von einem druckvollen Fundament aus Rogers Drum Kit, bespielt von Drummer Dave Horner und einem kernigen 6-Saiter Bass, welchen Martin Bürger absolut im “Griff” hatte. Martin Bürger ist übrigens auch Bassist in Marcus Halver’s SOUL CONNEXION feat. Arno Haas, welche im letzten Jahr bereits die Halle füllte.

Mit 11 hat Jochen Braun, Gitarrist und Hauptsänger der Band, die Blues-Rocker von Free im Beat Club gesehen. Damit war der Ton gesetzt. Irgendwo zwischen den 60er Blues, der Jam Band Szene und den Rock Idolen dieser Zeit war fortan seine musikalische Heimat. Nach jahrelangen Touren durch die Blues Clubs des deutschsprachigen Raums, mit u.a. Blue Mama´s Blue Kitchen, dem Deutsch-Schweizer Bluesgipfel oder Mr. Pure Blues & Mr. JB hat Jochen sein ewiges Nebenprojekt reaktiviert und in den Mittelpunkt gerückt.

Mit den Blues Rockers Deluxe kehrt er zu seinen Wurzeln zurück. Ein musikalisches Spektrum, das den Bogen von den Urvätern wie Robert Johnson, Albert und B. B. King über Legenden wie Cream und Jimi Hendrix bis hin zu modernen Meistern wie Mike Zito oder Robben Ford spannt.

Jochen Braun ist zusätzlich auch ein wandelndes Lexikon der Musikgeschichte. Beinahe wie ein Reisebegleiter bietet er zu sämtlichen Musikern und Stücken Geschichten - Fachwissen trifft hier auf echte Leidenschaft. Man merkt: Hier spielt nicht nur jemand die Musik, hier lebt und versteht jemand die DNA dieser Musik.

Die Setlist war eine Reise durch die Musikgeschichte, gespickt mit Background-Storys, die den Songs eine ganz persönliche Note gaben. Ob es nun der treibende Opener „Messin’ with the Kid“ (bekannt durch Johnny Winter) war oder dem Song „Fire”, bei welchem sogar Dave und Martin vokal begleitet haben.

Besondere Highlights waren die Momente, in denen die Band bekannte Evergreens performte. So wurde Bob Dylans „All along the Watchtower“ in der Tradition von Jimi Hendrix zelebriert, ebenso wie „Johnny B. Goode“ (original von Chuck Berry), Sunshine of your Love von Cream oder der Klassiker „Born to be Wild“ von Steppenwolf.

Das Trio bewies insgesamt ein feines Händchen für die Mischung aus Bekanntem und Entdeckungen: “Modernere” Stücke wie Mike Zitos „Slow it down“ von 2004 oder Doyle Bramhall II „Green Light Girl“ aus 2001 brachten zur Abwechslung auch frischen Wind in das Genre.

Zwischen den Songs blitzte immer wieder der typisch trockene Humor der Band durch. Ob Anekdoten über das eigene Equipment oder persönliche Geschichten, wie z.B, dass JB den Song ‚Born under a bad sign‘ mit der Kindergartenzeit verbindet, in welcher er von den ‚Bauer Buben’ fertig gemacht wurde oder warum Jochen bei seiner irischen Lehrerin zur höheren Schulzeit als ‚Brown du Clown‘ bekannt war, – die Nähe zum Publikum war jederzeit spürbar.

Trotz der (unberechtigten!) Sorge der Gruppe um die Zuschauerzahlen in Sulz, aufgrund von dem vielfältigen kulturellen Angebot in der Region an diesem Wochenende, war die Stimmung in der vollen Halle 16 grandios.

Mit einer Prise Selbstironie zitierte JB das Motto ‚The more you drink, the better we sound‘, selbstverständlich war aber, dass die Band auch ganz ohne „Starthilfe“ absolut fantastisch klang. Dem Publikum gefiel der Abend so gut, dass sich zum Abschluss dann "mal was Schönes" gewünscht wurde, woraufhin noch 3 Zugaben folgten.

Ein riesiges Dankeschön an JB’s Blues Rockers Deluxe für diesen Trip in das „musikalische Bermuda-Dreieck“ aus Blues, Rock und Jam-Band-Feeling. Danke an alle Helfenden hinter den Kulissen und an alle, die daran beteiligt waren, dass dieser Abend gerockt hat!

Text: Louisa

Fotos: Louisa

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