Wer wir sind… Martin Schneider

Wir wollen auf der Halle 16 Seite nach und nach gerne die Menschen vorstellen, die hinter dem Projekt stehen. Wir wollen nämlich selbst gern wissen: Warum engagieren sie sich für dieses Projekt? Deshalb gibt es eine kleine Interviewreihe “Wer wir sind…”

Photo: Julia Luft

25 Jahre lang prägte die Lehrkraft für Musik und Englisch das Schulleben, leitete Jazz-Ensembles und begleitete Generationen von Jugendlichen auf ihrem Weg. Doch wer glaubt, dass mit dem Ruhestand die Stille eingekehrt ist, der irrt gewaltig.

Heute bezeichnet sich Martin Schneider schmunzelnd als „Jung-Ruheständler“ – und die neu gewonnene Freiheit fließt fast vollständig zurück in die große Leidenschaft: die Musik.

 

Die Fragen stellte Louisa.

 

Hallo Martin, wie verlief denn dein Weg in die Musik?

Ich komme aus einer Familie, in der Musik einfach immer eine große Rolle gespielt hat. Von meinen Großeltern waren 2 Berufsmusiker und ein Bildhauer. Also, die künstlerische Ader, die liegt einfach in der Familie. Meine Eltern haben es zwar nicht beruflich gemacht, aber mein Vater war nebenbei ein sehr guter Pianist. So habe ich natürlich gleich als Kind angefangen, ein Instrument zu spielen und mich dann irgendwann dazu entschlossen, das zum Beruf zu machen - wie auch meine Schwester übrigens, die ist Geigerin.

Also die Kunst wurde dir schon in die Wiege gelegt! Du meinst aber du hast, seitdem du in Rente bist, wieder mehr Zeit für die Musik?

Ja, auf jeden Fall. Also, ich hab zwar immer versucht, da dranzubleiben, hab das Konzerte geben nie aufgehört, aber man musste die Zeit immer irgendwo rausschneiden. Das Cello üben hat auch immer dann stattgefunden, wenn ein wichtiger Konzerttermin anstand und sonst war einfach die Zeit nicht da. Dann war es nicht wichtig genug und das funktioniert jetzt einfach anders. Jetzt kann ich das viel regelmäßiger machen und ich merke auch, ich fühl mich einfach wieder viel mehr zu Hause auf meinem Instrument.

Hast du dadurch auch den Anreiz dazu, ein weiteres Instrument zu erlernen?

Das was ich habe ist wirklich genug für mich. Im Moment spiele ich vor allem Cello und Klavier, aber ich habe natürlich auch noch meine Gitarre zu Hause, die eigentlich, wie ich gerade festgestellt hab, ein bisschen kurz kommt, weil 2 Instrumente einfach ausreichen. Eine Posaune steht auch noch zu Hause, auch die kommt nur ab und zu mal dran, aber für noch mehr ist einfach nicht sinnvoll Zeit da.

Das verstehe ich. Was ist dir denn als Musiker in der Halle 16 am wichtigsten und was bringt dich dazu, dich hier zu engagieren?

Als Musiker ist natürlich wichtig, dass das ein Ort ist, der eine tolle Atmosphäre hat und der sich als Konzertsaal anbietet. Das Angebot hier ist auch unglaublich vielseitig. Es gibt immer wieder Neues und da sind natürlich Dinge dabei, die eher meine Baustelle sind und auch Dinge, die mich jetzt nicht so interessieren. Auch innerhalb der Musik ist die Bandbreite in der Halle 16 so groß. Ich bin zwar zu Hause in der klassischen Musik und das ist natürlich auch das, was mir ganz besonders am Herzen liegt. Natürlich besuche ich auch andere Konzerte. Gerade Jazz, was ich ja hier 25 Jahre lang an der Schule sehr aktiv gemacht habe.

Genau, ich habe auch gesehen, dass wir uns dieses Jahr wieder auf das Kammermusikensemble freuen dürfen!

Natürlich. Dieses Jahr sogar mit einer Erweiterung als Klavier Quintett. Es kommt noch ein zusätzlicher Geiger und dadurch haben wir natürlich noch mal andere Stücke auf dem Programm. Schumann und Brahms wird es dieses Mal auf jeden Fall geben. Brahms ist ja irgendwie immer dabei, der hat einfach tolle Musik geschrieben für die Besetzung, das bietet sich von daher an.

Unser liebstes Kammerensemble: Andreas Fendrich, Yukiko Naito-Fendrich, Christine Schneider und Martin Schneider

Was wünschst du dir für die Zukunft der Halle 16?

Kontinuität. Dass es einfach so weitergeht, dass das eine dauerhafte Sache wird, weil es so toll ist. Das wäre ein riesiger Verlust für Sulz, wenn es die Halle irgendwann nicht mehr gäbe.

- Natürlich nicht nur ein Verlust für Sulz -

Ja, natürlich, klar, aber als Sulzer sieht man es natürlich in erster Linie so, weil sonst muss ich halt wohin fahren, so muss ich es nicht.


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