Ein gemischtes Doppel mit Karin Rabhansl und Aljosha Konter

Nach dem erfolgreichen Saisonstart am vergangenen Wochenende, konnten Karin Rabhansl und Aljosha Konter mit ihrem „Doppelkonzert“ am 28. März erfolgreich nachlegen. Ihr Auftritt in der Halle 16 war das gebührende Abschlusskonzert ihrer gemeinsamen Tour vor einem begeisterten Publikum, dass den schlechten Wetterverhältnissen entschlossen und zahlreich getrotzt hatte.

Karin Rabhansl ist in unterschiedlichen Formationen unterwegs, mal am Bass, mal an der Gitarre, aber immer mit Gesang, mal eher als Liedermacher und dann wieder mit Rock und sogar Punk unterwegs. Geboren und aufgewachsen in Trautmannsdorf in der Nähe von Passau, lebt sie seit vielen Jahren im fränkischen Nürnberg, was von Niederbayern schon so etwas wie ein Affront angesehen wird.

Karin Rabhansl
Foto: Regine Stuber

Aljosha Konter
Foto: Regine Stuber

Aljosha Konter aus Rheinfelden im Hotzenwald wohnt und wirkt seit geraumer Zeit in Stuttgart. Er ist Gitarrist, Sänger und Komponist, der 2003 bei einem Konzert mit der Gruppe „Die Prinzen“, eine Epiphanie hatte: Obwohl er auf seine Anfrage auf eine mögliche Zusammenarbeit nie eine Antwort bekam, entschloss er sich trotzdem oder gerade deshalb, Musiker zu werden. Er selbst beschreibt seine Songs als Liedermacher-Pop.

 

Die Beiden trafen sich zufällig bei einer Kleinkunstveranstaltung in Stuttgart mit freiem Buffet und Getränken. Trotzdem war es nicht so ganz ihr „natürliches Habitat“, aber immerhin war dies, um es mit den Schlussworten von Capitaine Louis Renault in dem unvergessenen Film „Casablanca“ auszudrücken „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft”. Und genauso kam das auch auf der Bühne rüber!

Beide Künstler:innen singen ihre eigenen Lieder in deutscher Sprache oder, im Fall von Karin Rabhansl, auch im niederbayerischen Dialekt. Ihre Texte sind oft einfache Beobachtungen des alltäglichen Lebens, nehmen es aber auch mit sehr ernsten und leider sehr aktuellen Themen auf, wie häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen in dem Lied „Baby, lauf!“ von Karin Rabhansl, oder der wachsenden Bedrohung von rechtspopulistischer Gesinnung in diesem Land (und darüber hinaus), wie in „Immer wieder“ von Aljosha Konter. Vieles, wenn nicht alles, basiert natürlich auf ihren eigenen Erfahrungen oder Begegnungen mit anderen Menschen. Man kann halt nur über das überzeugend schrieben und singen, was man tatsächlich kennt und erlebt hat.

Foto: Regine Stuber

Ihre Auftritte nennen sie „Doppelkonzerte“, also getrennt gemeinsam auftreten sozusagen. Im ersten Teil war zunächst Aljosha Konter auf der Bühne, um dann von Karin Rabhansl „abgelöst‘ zu werden. In der zweiten Hälfte war es genau umgekehrt, bevor sie dann einige Lieder gemeinsam vorgetragen haben. Das Publikum wurde von beiden Künstlern mit leichter Hand und sehr viel Charme durch das Programm begleitet und zum Mitsingen animiert. Und am Ende gab es auch noch einige Zugaben, das letzte Stück sogar „unplugged“. Es war wirklich ein erfrischendes Konzert, dass die Zuhörer:innen aufbaute und positiv stimmte, heutzutage wirklich eine eher selten gewordene Freude!

Nachdem sie ein Lied mit Dada-Text, „I dad de“, in Niederbayrisch zusammen gesungen haben, hoffen wir jetzt auf eine Zugabe in hochalemannischer Mundart (versprochen!) beim nächsten Wiedersehen in der Halle 16. Bleiben Sie sprachlich flexibel!

Text: Hans
Fotos: Regine Stuber

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