Gelungener Start in die neue Saison der Halle 16 mit „Canard Fatal“

Eine gefühlt sehr lange Durststrecke hatte am Sonntag, den 22. März, endlich ein Ende. Aber bevor es in der Halle 16 so richtig wieder losgehen konnte, mussten zuerst viele freiwillige Helfer:innen die Decke, der doch schon etwas in die Jahre gekommenen Dame, mit viel Eifer und Einsatz reparieren. Rechtzeitig zum ersten Konzert war es dann so weit; der alte industrielle Charme der Halle war wieder hergestellt, und mit der Gruppe „Canard Fatal“ wurde der 2026 Saisonstart gebührend gefeiert. Das sehr zahlreich erschienene Publikum muss wohl geahnt haben, dass Ihnen ein wahrer Musikgenuss erwartete.

„Canard Fatal“ besteht aus vier Musiker:innen, allesamt an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen ausgebildet: Pia Sartor (Gesang und Akkordeon), Ursa Voigt (Geige und Klarinette), Adrian Brenneisen (Kontrabass) und Florin Emhardt (Gitarre). Florin ist schon so etwas wie ein alter Bekannter der Halle 16, da er bereits mit drei weiteren Gitarristen im Herbst 2024 eine Mini-Artist-in-Residence absolviert hatte, um dann im darauffolgenden Juni mit ihrem experimentellen „The Interstring Project“ erfolgreich in der Halle aufzutreten.  In Trossingen war es auch, wo die vier angehenden Künstler:innen sich ursprünglich trafen und sich entschlossen, gemeinsam zu musizieren, anfangs noch als Coverband von Chansons von Zaz, Natalia Lafourcade und dem unvergessenen George Brassens.

Inzwischen ist die Gruppe so etabliert, dass ihr Repertoire ausschließlich aus eigenen Liedern besteht. Die Kompositionen stammen allesamt aus der Feder von Florin Emhardt zu französischen Texten von Ariane Fève. In dieser Formation hatten sie bereits zahlreiche Wohnzimmerkonzerte und andere Bühnenauftritte in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Die Musik steht in der Tradition des Swings à la Django Reinhardt, angereichert und modifiziert mit persönlichen und modernen Elementen. Sie nennen sich daher eine „Swing- und Chansonkapelle en miniature“.

Aber wie kam die Ente in den „Canard Fatal“?  Das Bühnenbild gibt da so einige Hinweise preis: Der Aufbau sieht aus wie ein etwas altmodisch anmutendes Wohnzimmer, inklusive zweier Badeenten vor einem alten Röhrenradio. Doch bereits beim ersten Ton mutiert „Canard Fatal“ ganz schnell zu „Le Canard Déchâiné“*, denn sie spielen wirklich mit entfesselter Lebensfreude.

 

Die französische Sprache passt mit ihrem melodischen Klang perfekt zu dieser Musik. Und um etwaigen Verständnisproblemen („parlez vous francais?“) vorzubeugen, wurde jedes Lied mit ein paar erklärenden Sätzen eingeführt. Es gab auch ein paar Ausnahmen mit Liedern, die entweder in deutscher Sprache, wie „Lunette“ (wer hätte das geahnt…), oder rein instrumental, wie „Amsterdam Fun“, vorgetragen wurden. N’importe, jeder der Chansons wurde von dem Publikum begeistert aufgenommen. Entsprechend gefühlt schnell kam dann schon bald ihr letztes Lied mit dem mehr als passenden Titel, „Dernière Chanson“. Aber so ganz „dernière“ war es dann doch noch nicht, da „Canard Fatal“ noch zwei Zugaben drauflegten.

Die Halle 16 und das Publikum hätten sich keinen besseren Neustart der Saison 2026 unter (fast) neuem „Plafond“ wünschen können! Bleiben Sie gespannt (auf mehr)!

*“Le Canard Enchâiné“ (=die gefesselte Ente) ist ein populäres französisches Satiremagazin

Text: Hans-Eckhardt Hagen
Fotos: Louisa & Gitta

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